Reflexionsfragen für Coaches zum Jahresende
Gute Reflexionsfragen für Coaches zum Jahresende betreffen fünf Bereiche: deine Klienten, deine Methoden, deine Arbeitsweise, deine Grenzen und Energie sowie deine eigene Entwicklung. Du stellst Klienten das ganze Jahr über präzise Fragen. Der Dezember ist der Moment, diese Fragen an dich selbst zu richten.
Nimm dir eine ruhige Stunde, am besten außerhalb deines gewohnten Arbeitsplatzes. Schreib deine Antworten auf. Dann kannst du sie nächstes Jahr nebeneinanderlegen und sehen, ob du wirklich etwas verändert hast.
Zu deinen Klienten
- Bei welchen Klienten habe ich dieses Jahr die meiste Bewegung gesehen? Was habe ich in diesen Coachings anders gemacht?
- Welches Coaching ist ins Stocken geraten? Lag das am Anliegen, an der Passung oder an meinem Vorgehen?
- Wie viele Coachings habe ich dieses Jahr sauber abgeschlossen, und wie viele sind einfach versandet?
- Welcher Klient hat mir am meisten beigebracht?
- Weiß ich bei jedem aktiven Klienten, woran er gerade arbeitet?
Zu deinen Methoden
- Welche Methoden habe ich am häufigsten eingesetzt? Tue ich das, weil sie wirken, oder weil sie vertraut sind?
- Welche Methode wollte ich ausprobieren, habe sie aber nie genutzt?
- Was tue ich in Sitzungen, von dem Klienten sagen, dass es ihnen am meisten hilft?
- Nutze ich etwa die Skalenfrage oder das Lebensrad, um Fortschritt sichtbar zu machen, oder bleibt es beim Bauchgefühl?
Zu deiner Arbeitsweise
- Wie viel Zeit ging in Verwaltung im Verhältnis zum eigentlichen Coaching?
- Ist mein Intake einheitlich, oder improvisiere ich bei jedem neuen Klienten?
- Was passiert zwischen den Sitzungen? Bekommen Klienten Struktur mit, oder ist bis zum nächsten Gespräch Funkstille?
- Wo habe ich dieses Jahr am häufigsten nach Informationen gesucht, die ich eigentlich sofort hätte finden müssen?
Zu deinen Grenzen und deiner Energie
- In welchen Wochen war ich überlastet? War das vorhersehbar?
- Welche Absprachen zur Erreichbarkeit habe ich nicht eingehalten, gegenüber Klienten oder mir selbst?
- Welche Art von Klient oder Anliegen gibt mir Energie, und welche kostet mich Energie?
- Habe ich mir genug freie Zeit genommen, und habe ich sie wirklich freigehalten?
Zu deiner eigenen Entwicklung
- Was habe ich dieses Jahr über mich als Coach gelernt?
- Hatte ich genug Supervision oder Intervision? Wie viele Stunden genau?
- Wo möchte ich nächstes Jahr wachsen: eine Spezialisierung, eine Methode, eine Zertifizierung?
- Wo arbeite ich an der Grenze meiner Kompetenz, und tue ich das bewusst?
Was machst du mit deinen Antworten?
Reflexion ohne Konsequenz bleibt unverbindlich. Wähle nach dem Durchgehen der Fragen höchstens drei Dinge aus, die du nächstes Jahr anders machen willst. Formuliere sie konkret: nicht "besseres Intake", sondern "jeder neue Klient erhält vor der ersten Sitzung einen Intake-Fragebogen". Trag sie in deine Jahresplanung ein, damit sie nicht im Notizbuch hängen bleiben.
Nutze dieselben Fragen jedes Jahr, und zur Jahresmitte die Reflexionsfragen zur Jahresmitte. So baust du eine eigene Zeitleiste deiner Entwicklung als Coach auf.
Reflektieren mit Zahlen statt nur mit Gefühl
Viele der Fragen oben lassen sich leichter beantworten, wenn du Daten hast. In FocusCoachee siehst du pro Klient, wie viele Sitzungen, Ziele, Aktionen, Methoden und Reflexionen ein Coaching enthält und welche Coachings du abgeschlossen hast. So stützt du deine Jahresreflexion auf das, was tatsächlich passiert ist.
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