Das Kennenlerngespräch als Coach: so baust du es auf
Ein gutes Kennenlerngespräch als Coach dauert 20 bis 30 Minuten und hat fünf Teile: Kennenlernen, das Anliegen des Klienten erkunden, erklären, wie du arbeitest, Raum für Fragen und ein klarer nächster Schritt. Ziel ist nicht zu verkaufen, sondern gemeinsam zu klären, ob es passt. Ein fester Ablauf macht es für dich entspannter und für den Klienten klarer.
Gerade im Januar, wenn viele Anfragen kommen, lohnt es sich, dieses Gespräch gut aufzubauen. Jedes Kennenlerngespräch, das besser läuft, ist ein Coaching, das mit den richtigen Erwartungen beginnt.
Kennenlerngespräch oder Intake?
Die beiden werden oft verwechselt, sind aber verschieden.
| Kennenlerngespräch | Intake | |
|---|---|---|
| Ziel | Klären, ob es passt | Das Coaching inhaltlich starten |
| Dauer | 20 bis 30 Minuten | Oft eine volle Sitzung |
| Kosten | Meist kostenlos | Teil des Coachings |
| Ergebnis | Entscheidung über die Zusammenarbeit | Ziel, Absprachen und erste Schritte |
Wie du das Intake danach aufbaust, liest du in einen Coaching-Intake-Fragebogen erstellen, der wirklich funktioniert.
Die Vorbereitung
- Lass den Klienten vorab ein paar kurze Fragen beantworten: Was ist los, was hast du schon versucht, was möchtest du erreichen?
- Lies diese Antworten vorher, damit du nicht bei null anfängst.
- Halte praktische Informationen bereit: Honorare, Coaching-Formate, Verfügbarkeit.
Der Aufbau in fünf Teilen
1. Kennenlernen (3 Minuten)
Stell dich kurz vor und erkläre, worum es im Gespräch geht: "Wir schauen gemeinsam, ob ich dir helfen kann und ob es passt. Am Ende vereinbaren wir den nächsten Schritt."
2. Das Anliegen erkunden (10 bis 15 Minuten)
- Was bringt dich hierher, und warum gerade jetzt?
- Was hast du selbst schon versucht?
- Wie sieht es aus, wenn es in ein paar Monaten besser läuft?
Hör vor allem zu. Das ist keine Coaching-Sitzung, aber der Klient soll erleben, wie es ist, mit dir zu sprechen.
3. Erklären, wie du arbeitest (5 Minuten)
Erzähl, wie ein Coaching bei dir abläuft: wie viele Sitzungen, wie oft, was zwischen den Sitzungen passiert und wie du Fortschritt festhältst. Konkret ist besser als abstrakt.
4. Raum für Fragen (3 bis 5 Minuten)
Frag aktiv: "Was möchtest du noch von mir wissen?" Viele Klienten trauen sich nicht, nach Honorar oder Dauer zu fragen.
5. Ein klarer nächster Schritt (2 Minuten)
Schließ nie mit "denk in Ruhe darüber nach" ab. Vereinbare etwas Konkretes: einen Folgetermin, eine Frist, bis zu der der Klient Bescheid gibt, ob er startet, oder eine ehrliche Weiterempfehlung, wenn du nicht der richtige Coach bist.
Wann sagst du nein?
Ein gutes Kennenlerngespräch kann auch mit einer Weiterempfehlung enden. Zum Beispiel, wenn das Anliegen besser zu einer Therapie passt oder außerhalb deiner Expertise liegt. Den Unterschied liest du in Coaching vs. Therapie vs. Mentoring vs. Beratung. Eine ehrliche Weiterempfehlung bringt langfristig oft mehr Vertrauen und Empfehlungen als ein Coaching, das nicht passt.
Nach dem Gespräch
- Schick innerhalb eines Tages eine kurze Zusammenfassung mit dem vereinbarten nächsten Schritt.
- Startet der Klient? Dann schick den Coaching-Vertrag und den Intake-Fragebogen. Siehe Coaching-Vertrag: was gehört hinein?.
- Notiere für dich, was gut lief und was besser geht.
Vom Kennenlerngespräch zum Coaching
In FocusCoachee können potenzielle Klienten über deine öffentliche Coach-Seite einen Intake-Fragebogen ausfüllen, sodass du gut vorbereitet ins Gespräch gehst. Startet der Klient, lädst du ihn ein, bereitest den Coaching-Vertrag vor, und das Coaching beginnt mit allen Informationen bereits an einem Ort.
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